01. April bis 30. Juli 2006
COBURGER GLASPREIS 2006
für zeitgenössische Glaskunst in Europa
“Ellen Urselmann gewinnt den
European Young Artist Preis”.
Fast 1200 Werke von 486 Künstler aus
27 verschiedenen Ländern haben sich
an dem Wettbewerb beteiligt. Von einer
internationalen Jury ist eine Auswahl von
236 Werken von 173 Künstlern aus 24
Ländern gemacht worden, die sich an
der Ausstellung beteiligen. Aus dieser
Gruppe sind 7 Gewinner gewählt worden.
Der Barbara Koppelstätter-Preis für junge
Künstler, einer dieser sieben Preise,
wurde von Ellen Urselmann gewonnen.
“Was mich anzog, war die Suggestionskraft
dieser Arbeiten, schwebend zwischen den
Phantasiespielen von Erwachsenen und
Kindheitserinnerungen, zwischen Ernst und
Lachen, zwischen Komik und Pathos”
Jean-Luc Olivé, jurymitglied Coburger Glaspreis
Kunstsammlungen Der Veste Coburg
96450 Coburg
Deutschland
Kunstsammlungen Der Veste Coburg
hat Objekte von Ellen Urselmann in ihrer
ständigen Sammlung.
Artikel im Kunstbuch:
Coburger Glaspreis 2006
Die Arbeiten von Ellen Urselmann, aus der Generation der noch nicht 30 jährigen, schon im ersten Augenblick unserer Tätigkeit als Jury zunächst auf rein formaler Ebene meine Aufmerksamkeit auf sich zogen. Das Gleichgewicht zwischen den Teilen aus geblasenem Glas und Fremdelementen, die bewusst ausgewählt und integriert wurden, ist originell und aussagekräftig. Die Wirkungen der Werkstoffe und Farben, opalisierend in Zusammenspiel von Blau und Weiss [Glas und Keramik] in einem Fall und transparent in der Zusammenwirkung von Schwarz und Weiss und reflektierenden Materialien [Glas, Kunststoff, Metall, fotografisches Negativ auf Glas und Spiegel] im anderen Fall, verraten zudem eine hervorragende Beherrschung der Materie und wirkliche Eleganz.
Diese formalen Qualitäten schliessen sentimentalere und selbst pathetische Gedankenverbindungen nicht aus. Dabei versteht es dieses Pathos, ein Lächeln zu bewahren und ironisch über sich selbst zu spotten.
Dieser eleganten Form des Humors ist es auch zu danken, dass der kitschigen Wirkung und dem schlechten Geschmack, die der “Delfter Figur” und dem abflussstopfen als Passage unserer Abwässer in die Unterwelt anhaften, eine Verwandlung gelingt, ohne sie zu verleugnen. Zerbrechlich wie mundgeblasene Kugeln aus Glas: die Spannung eines imaginären Kusses zwischen “grossen Kindern” lässt an ein gefährliches Gleichgewicht am Rand des Abgrunds denken!
Ein Bild aus der Kindheit, reflektiert in einem Spiegel und wie mit einem Spatenstich in die Windungen eines Gehirns oder die Herzkammern eingegraben: das ist ein ganzes Universum aus Erinnerungen und Gefühlen, das wie eine Seifenblase in einem Augenblick auf dem Boden des Spülbeckens zerplatzen oder in einer Gedächtnislücke verschwinden kann.
Wass mich anzog, war die Suggestionskraft dieser Arbeiten, schwebend zwischen den Phantasiespielen von Erwachsenen und Kindheitserinnerungen, zwischen Ernst und Lachen, zwischen Komik und Pathos.
Jean-Luc Olivié, jurymitglied Coburger Glaspreis
ISBN 3-87472-086-1





